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Auftaktveranstaltungen – Ein bewährtes Instrument um initiativ zu werden

Im Modellprojekt haben sich an allen vier Standorten sogenannte regionale Auftaktveranstaltungen

  • zur Initiierung der Vernetzung der Regionalen Weiterbildungseinrichtungen untereinander sowie
  • zur Initiierung der Zusammenarbeit zwischen Weiterbildung und Regionalem Bildungsnetzwerk

sehr bewährt. Gemeinsame Tagungen oder Konferenzen verbinden spannende inhaltliche Einführung ins Thema mit dem persönlichen Kennenlernen und präsentieren die Weiterbildung in ihrer Vielfalt.

Die Vorbereitung einer solchen Auftaktveranstaltung ist auch ein guter Anlass für die Initiator/-innen selbst, um miteinander erste konkrete Erfahrungen zu machen und die Arbeitsebene zu vertiefen („Netzwerkarbeit ist immer Beziehungsarbeit“!). Die Erfahrungen aus den vier Modellprojekten können für die Organisation ähnlicher Veranstaltungen nützlich sein.

Nehmen Sie ggf. mit einem der Standorte dazu gezielt Kontakt auf, um mehr über die entsprechende Herangehensweise zu erfahren.

Hier zusammengefasst ein paar Anregungen zur Durchführung:

Auftaktveranstaltung | I. Die Vorbereitung

Anlässe schaffen:
Stehen bereits Veranstaltungen an, die sich für Ihre Zwecke anbieten könnten (etwa Veranstaltungen des Regionalen Bildungsbüros, Regionalkonferenzen der Weiterbildung, Tag der Weiterbildung…)? Oder muss ein geeigneter Anlass geschaffen werden? Beide Seiten sollten in Rücksprache mit der „eigenen Szene“ darauf achten, dass der Zeitpunkt günstig ist.

Wer soll einladen? Und wen?
Sollen die Einladungen direkt vom Regionalen Bildungsbüro verschickt werden oder über die Vertreter/-innen der Weiterbildung laufen? Wer ist einzuladen? Wenn Kooperationen mit Schulen angestrebt werden oder es für das Erreichen neuer Zielgruppen sinnvoll sein kann, Vereine, Jugendarbeit oder andere ins Boot zu holen, sollte das bei der Einladungsliste natürlich berücksichtigt werden.

Themen klären:
Wenn die Veranstalter im Vorfeld bereits sinnvolle Themen und Schnittstellen für eine konkrete Zusammenarbeit ausgemacht haben, gilt es diese bereits in der Einladung zu thematisieren. Die Teilnehmer/-innen können sich dann entsprechend vorbereiten und ihrerseits bereits konkrete Vorschläge einbringen. Sinnvoll ist es aber auch, konkrete Themen zusammen mit den Eingeladenen gemeinsam zu
erarbeiten. Dies steigert ggf. die Identifikation.

Über den Tag hinaus denken!
Fertigen Sie TeilnehmerInnenlisten an und verteilen Sie diese gleich mit den Tagungsmappen – so haben die Akteure sämtliche Kontaktdaten beieinander. So unscheinbar das wirkt, können damit bereits wichtige Hürden in Richtung Zusammenarbeit genommen werden. Und: Der systematische Aufbau eines guten Verteilers ist immer von Vorteil.

Auftaktveranstaltung | II. Planung und Ablauf

Ziele benennen:
Unverzichtbar ist zu Beginn die Erläuterung der Motivation zur Veranstaltung durch die Initiator/-innen; Ihnen obliegt der Einstiegsvortrag.

Status quo klären:
Sinnvoll ist es, den Status quo bereits bestehender Vernetzung der Akteure untereinander abzufragen und vorab Eindrücke darüber einzuholen, wie die Teilnehmer/-innen grundsätzlich zur Vernetzungsidee stehen.

Echte Impulse geben:
Um alle Teilnehmer/-innen inhaltlich einzustimmen, können interessante externe Referent/-innen eingeladen werden: Weiterbildungsvertreter/-innen mit viel praktischer Erfahrungen in punkto Zusammenarbeit, beliebte und kundige politische Repräsentant/-innen oder praxisnahe Wissenschaftler/-innen.

Das Bildungsbüro vorstellen:
Ein sinnvoller Bestandteil einer Veranstaltung ist die praxisnahe Vorstellung des Bildungsbüros, ein Einblick in aktuelle Handlungsfelder und die örtliche Arbeitswiese sowie beziehbare Publikationen und Infos. Die Weiterbildungs-Akteure können so nachvollziehen, wie das eigene Bildungsbüro vor Ort arbeitet, was es leisten kann ist und wie es ansprechbar ist.

Alle zum Sprechen bringen:
Ein guter Rahmen zum Kennenlernen und für den ersten Austausch bedarf zeitgemäße Methoden der Gruppenmoderationen. Sie helfen dabei, dass alle zu Wort kommen (World-Cafés, moderierte Kleingruppen, Fishbowl-Methode, etc.pp.), garantieren eine Augenhöhe und schaffen Arbeitsatmosphäre. So lassen sich gemeinsame Interessenslagen vor Ort herausfinden, neue und tolle Ideen entwickeln und Menschen für die nötige Mitarbeit motivieren.

Wer schreibt, der bleibt…
Alle Ergebnisse sollten unbedingt dokumentiert werden! Der Gesprächskreis der Landesorganisationen  der Weiterbildung in NRW freut sich, wenn wichtige Arbeitsergebnisse, Publikationen und/oder auch Presseberichte an uns weitergeben werden.

Auftaktveranstaltung | III. Mögliche Impuls- und Diskussionsfragen

  • Mit welchen Schulen/Bildungseinrichtungen/ Netzwerken arbeiten Sie bereits zusammen?
  • Welche Beispiele gibt es vor Ort oder landesweit für eine gelungene Kooperation?
  • Was sind die Argumente für eine Zusammenarbeit? Was kann/soll erreicht werden?
  • Womit ist zu rechnen, wenn die Kooperation ausbleibt?
  • Welche Rolle wollen Sie als Akteur in der Zusammenarbeit einnehmen?
  • Wo sehen Sie positive Synergien für Ihre eigene Arbeit? Wo Gefahren und Nachteile?
  • Was muss beachtet werden, damit die Kooperation gelingen kann?
  • Welche Handlungsfelder bieten sich inhaltlich für eine Zusammenarbeit an?
  • Was können die Weiterbildungseinrichtungen zu den Handlungsfeldern beitragen?
  • (Wie) Könnte die Weiterbildung sich in die Steuerung der Bildungsnetzwerke einbringen?

Auf weiterbildungsinternen Veranstaltungen können auch kritische Punkte diskutiert werden. So wurde auf einer Auftaktveranstaltung im Modellstandort Iserlohn gefragt:„Beste Bildung für alle! Zentraler Knoten in Bildungsnetzwerken sind die Schulen“ Wie ist diese Aussage mit dem Weiterbildungsgesetz vereinbar? Was heißt das für die Weiterbildung? Welchen konkreten Nutzen hat die Beteiligung an den Regionalen Bildungsnetzwerken für die Weiterbildung?