Sieben Schritte um den Weg erfolgreich zu beschreiten

Aufeinander zugehen: Sich vorher schlau machen

Welche Schritte können Weiterbildungsakteure gehen, die sich für eine systematische Vernetzung mit dem Regionalen Bildungsnetzwerk entschieden haben? Wichtig ist eine gründliche interne Vorbereitung im Vorfeld, um strukturiert auf die Regionalen Bildungsnetzwerke zugehen zu können.

Überblick schaffen

Alle oder nur einige?
Es kommt weniger darauf an, ob es sich um eine gemeinsame Entscheidung der regionalen Weiterbildungsanbieter/-innen handelt oder ob sich nur einige wenige Interessierte auf den Weg machen. Wichtig ist in jedem Fall: Halten Sie die anderen Einrichtungen stets über die Entwicklung auf dem Laufenden. So wird Transparenz gewährleistet und alle können einfacher einsteigen.

Am besten verschafft man sich einen systematischen Überblick über die Handlungsfelder der Bildungsbüros. So hat man eine Basis, die man mit den eigenen Angeboten abgleichen kann. Aufgrund der zu erwartenden thematischen Überschneidungen ist davon auszugehen, dass eine Auseinandersetzung mit neuen Themenfeldern oder das Erstellen neuer Angebote zunächst noch gar nicht notwendig ist.

Auf der »Homepage der Regionalen Bildungsnetzwerke sind die Informationen zu den meisten Regionalen Bildungsnetzwerken gebündelt. Ausgehend von der Übersichtskarte/-liste findet man alle Angaben.

Geschickt einsteigen

Überblick schaffen
Für einen ersten Überblick braucht es nicht allzu viel -  simple Worddokumente tun es auch. Es geht ja vor allem darum, die Entwicklung anzustoßen. Wichtig ist, dass Sie mit Ihren Kollegen und Kolleginnen überlegen, wie solch eine Übersicht am besten erstellt werden kann. Sollen die Schnittstellen vorbereitet und auf einem Treffen zusammengetragen werden? Oder ist es per Mail sinnvoller? Welche Angaben werden benötigt? Wer ist verantwortlich?

Bester Einstieg: Bezogen auf die Handlungsfelder einen Überblick über thematisch passende Weiterbildungsangebote erstellen. Da die Bildungsnetzwerke ihre Arbeit (noch) auf die Schnittstellen zum Schulsystem fokussieren, kommen zunächst ohnehin nur Angebote infrage, die sich an dieser Schnittstelle bewegen. Im besten Fall kann man auf bestehende Datenbanken, Kataloge o. ä. zurückgreifen. Den Regionalen Bildungsbüros kann so ein plastischer Eindruck der Arbeit vermittelt werden. Nie ausgeschlossen werden sollte allerdings, dass für das Bildungsbüro gerade ein unpassender Zeitpunkt sein könnte.

Rollen klären

Schnittstellen zum Schulsystem
Schnittstellen zum Schulsystem beschränken sich jedoch mitnichten nur auf Kooperationen mit Schulen! So unterstützen Kurse zur Sprach- und Leseförderung in Kitas den Übergang in die Schule; die zahlreichen Angebote für den Erwerb von Basiszertifikaten (Sprachen, IT, Wirtschaft etc.), Bewerbungstrainings oder Angebote für die Persönlichkeitsentwicklung dienen dem Übergang Schule/ Beruf/Hochschule; von bildungsbereichsübergreifenden Fortbildungen zu bestimmten Themen oder Seminaren zur Gestaltung von Teamsitzungen können sämtliche Fachkräfte profitieren.

Die Rolle der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in den Bildungsnetzwerken klären: Um die eigene Profession und deren Stärken selbstbewusst und angemessen in der Zusammenarbeit mit Schule (und perspektivisch auch mit anderen Bildungsakteuren) vertreten zu können, tun die Akteure der gemeinwohlorientierten Weiterbildung gut daran, vor dem Eintritt in die Regionalen Bildungsnetzwerke noch einmal das eigene Professionsbewusstsein zu schärfen und Ansprüche an die Kooperation zu definieren.

Es kann nicht schaden, gedanklich durchzuspielen, was mit der Zusammenarbeit mit Regionalen Bildungsnetzwerken einhergehen könnte: Wie müsste die Zusammenarbeit aussehen, sodass sie hilfreich ist? Wie soll das eigene, professionelle Selbstverständnis vertreten werden? Was ist der Anspruch, der eingebracht und gestärkt werden soll? Was zeichnet die eigene Arbeit aus, inwiefern profitieren die Bildungsnetzwerke davon? Was ist der Unterschied zu anderen? Was ginge verloren, wenn man sich anderen Systemen unterordnen müsste? Was sind Ansprüche, die nicht geopfert werden sollen? Wovon will man sich abgrenzen?

"Schöpferische Potenziale" freisetzen

Bedenken und Kritik ernst nehmen
Der Rahmen der internen Vorbereitung sollte auch die Möglichkeit bieten, Bedenken und Kritik zu äußern. Schließlich sind nicht nur die Potenziale von Vernetzung ernst zu nehmen, sondern auch die Grenzen und Gefahren. Ist das gegeben, kann ein angemessener Umgang mit Kritik stattfinden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Unzufriedenheit anstaut und mit dem Rückhalt aus den eigenen Reihen auch die Grundlage für die Kooperation erodiert.

Die „schöpferischen Potenziale“ der Bildungsvernetzung freisetzen: Neben der hier beschriebenen systematischen Annäherung an das Thema Bildungsvernetzung finden manche Akteure einen besonders guten Zugang zu dem Thema, wenn sie sich davon inspirieren lassen, wie sie sich die neuen Möglichkeiten zu eigen machen könnten: Würden Sie bestimmte Themen gerne bearbeiten? Gibt es etwas, was Sie schon immer mal machen wollten, aber bislang nicht konnten? Was wären Ihre Ziele, wenn Sie alle Möglichkeiten hätten? Dass der Erfolg auch von der Lust der Beteiligten an der Zusammenarbeit abhängt, sollte nicht unterschätzt werden.

  • Sind die internen Vorbereitungen so weit abgeschlossen, kann der Kontakt zu den Akteuren aus der Weiterbildung oder den Regionalen Bildungsbüros aufgenommen werden.