Sieben Schritte um den Weg erfolgreich zu beschreiten

Gesicht zeigen: Richtig aufstellen und gut organisieren

Der Regionalen Vernetzung der gemeinwohlorientierten Weiterbildungseinrichtungen kommt eine große politische Bedeutung zu. Da wo es keine AK´s der Weiterbildung vor Ort gibt, gilt es sie zu gründen.

Die Volkshochschule eignet sich besonders als Initiatoren und Initiatorinnen für eine Vernetzung der Regionalen Weiterbildungseinrichtungen. Denn sie verfügt über eine gesicherte Infrastruktur und ist flächendeckend in NRW vertreten. Durch ihre gute Vernetzung auf Landesebene kann über die Bezirksarbeitsgemeinschaften ein Erfahrungstransfer zwischen den Regionen gewährleistet werden. Perspektivisch soll dieser Prozess systematisch vorangetrieben werden.

Strukturen entwickeln

Eine besondere Herausforderung wird in der Entwicklung von Strukturen bestehen, durch die es gelingt, die Strukturen der Weiterbildung mit den Wirkungsräumen der Regionalen Bildungsnetzwerke in Einklang zu bringen. So sind etwa die konfessionellen Grenzen der kirchlichen Weiterbildungseinrichtungen nicht deckungsgleich mit den Kreisverwaltungsgrenzen, was einen starken Einfluss auf die Handlungsmöglichkeiten der davon betroffenen Einrichtungen hat.

Bei sehr großen Kreisen oder solchen mit einer Vielzahl von Einrichtungen wird es darum gehen, Vernetzungsstrukturen in überschaubaren Räumen einzurichten, die eine gute „Arbeitsgröße“ erlauben und dabei kompatibel mit den Wirkungsgebieten der Regionalen Bildungsnetzwerke sind. Denkbar wäre die Einrichtung von Untereinheiten oder kleineren Arbeitsgruppen mit Delegierten, die sich regelmäßig untereinander austauschen und abstimmen. Welcher Takt und welche Größe sich am besten eignen, können die Weiterbildungsakteure vor Ort am besten einschätzen.

Aufgrund der steigenden Bedeutung einer regional vernetzten Weiterbildung wäre zur Bearbeitung dieser Herausforderungen eine entsprechende Supportstruktur gefragt. So könnte eine kartografische Erfassung der Weiterbildungslandschaft etwa einen hilfreichen Ausgangspunkt bieten.

Repräsentanten bestimmen

Die Vielzahl an Akteuren angemessen zu vertreten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Gerade in Zeiten von Kürzungen und knappen Ressourcen bleibt es eine Herausforderung, Kandidaten und Kandidatinnen für diese arbeitsintensive Aufgabe zu finden, für die formal niemand verantwortlich ist. Umso mehr ist es anzuerkennen, wenn sich Personen dazu bereit erklären. Forderungen nach finanzieller Unterstützung für diese Aufgabe zu stellen, ist mehr als angemessen.

In der Praxis des »Gesprächskreises für Landesorganisationen der Weiterbildung in NRW hat es sich als äußerst erfolgreich erwiesen, die Weiterbildung durch eine „Doppelspitze“ aus einem Vertreter/einer Vertreterin der VHS und einem Vertreter/einer Vertreterin der freien Bildungswerke zu repräsentieren. Indem sie die Interessen der Einrichtungen gemeinsam und/oder abwechselnd vertreten, tragen sie der Diversifikation der Weiterbildung Rechnung. Mehr als einen Repräsentanten/ eine Repräsentantin in den Gremien der Bildungsnetzwerke zu delegieren ist jedoch gerade zu Beginn der Zusammenarbeit eher im Rotationsverfahren vorstellbar.

Standortbestimmung

Als Auftakt der Regionalen Bildungsvernetzung ist es sinnvoll, mit einer Standortbestimmung zu beginnen: Welche Einrichtungen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung gibt es überhaupt innerhalb der Bildungsregion? Welche Vernetzungsstrukturen bestehen bereits zwischen den Einrichtungen? Welche Kommunikationsstrukturen können genutzt werden, um eine Regionale Vernetzungsstruktur anzugehen?

Gerade in kreisfreien Städten gibt es häufig aktive Arbeitskreise der Weiterbildung, die sich mit den Grenzen der Regionalen Bildungsnetzwerke decken. Mit den Sprechern und Sprecherinnen der Arbeitskreise stehen den Regionalen Bildungsbüros bereits Ansprechpartner/-innen zur Verfügung, und die Auseinandersetzung mit der Thematik kann in diesen Strukturen direkt begonnen werden. In manchen Regionen gab es einst Arbeitskreise Weiterbildung, deren Arbeit jedoch aufgrund mangelnder Gesetzesnotwendigkeit einer Weiterbildungsentwicklungsplanung zum Erliegen gekommen ist. Hier gilt es, vor dem Hintergrund der aktuellen bildungspolitischen Zielsetzungen Vernetzungsstrukturen auf regionaler Ebene zu schaffen.

Anlässe zum Kennenlernen schaffen

Es braucht angemessene Anlässe, an denen die Vertreter/-innen zusammenkommen und einander persönlich kennenlernen können. Auf jeden Fall sollte auf ein gutes Timing geachtet werden. Wenn Einrichtungen aktuell durch andere Probleme gebunden sind (etwa Umstrukturierungen), können sie ggf. keine Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben abstellen. Neben angemessenen Räumlichkeiten (Größe, technische Ausstattung, passendes Ambiente) sollte auch berücksichtigt werden, dass der Erfolg auch davon abhängt, wer die Einladungen verschickt. Wenn die Initiatoren und Initiatorinnen den Einrichtungen bekannt und vertraut sind, wird die Resonanz deutlich größer sein, als wenn sie sie nicht kennen. Allein deswegen ist es schon zu Beginn hilfreich, wenn die Volkshochschulen Kontakt zu anderen Weiterbildungseinrichtungen in freier Trägerschaft aufnehmen und diese für die gemeinsame Entwicklung gewinnen können.

Neben dem Kennenlernen sollte eine weiterbildungsinterne Auftaktveranstaltung eine inhaltliche Auseinandersetzung anstoßen und ausloten, wie die anwesenden Weiterbildner/-innen zur Idee einer Regionalen Vernetzung stehen. Im Rahmen des Modellprojektes hat es sich bewährt, die Erläuterung der politischen Relevanz mit einen Input-Vortrag, der das Publikum thematisch einstimmt, und interaktiven Formaten wie Workshops zu kombinieren, die die Weiterbildner/-innen in einen Austausch miteinander bringen.

So eine Auftaktveranstaltung ist eine gute Gelegenheit, Vereinbarungen für das weitere Vorgehen zu treffen. Dabei ist es übrigens wichtig zu vermitteln, was die Weiterbildungseinrichtungen selbst von einer Regionalen Vernetzung haben. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass die interne Vernetzung ausschließlich als eine „Serviceleistung“ für die Regionalen Bildungsnetzwerke verstanden wird.

Erfolge bekannt machen

Die Vertreter/-innen aus den Modellstandorten beschrieben es als überaus befriedigend, wenn die Zusammenarbeit sichtbare „Früchte trägt“: Dabei kann es sich um eine gemeinsame Internetseite handeln, auf der sämtliche Weiterbildungsangebote in der Region zusammengetragen sind, oder um eine Broschüre, die die Angebotsvielfalt der Einrichtungen deutlich macht.

Für die Weiterbildung selbst haben solche Erzeugnisse den Vorteil, dass sie alle gemeinwohlorientierten Einrichtungen einbeziehen. Das Gefühl der Zugehörigkeit ist zentral für den Erfolg der Regionalen Vernetzung. Außerdem liefern sie eine hervorragende Grundlage für den Abgleich mit den Handlungsfeldern der Regionalen Bildungsnetzwerke und sind somit im Hinblick auf Kooperation überaus zielführend. Nicht zuletzt dienen solche Projekte später nicht selten als Blaupause für Kooperationsprojekte mit Regionalen Bildungsnetzwerken und stellen die Kompetenz der Weiterbildung unter Beweis.