Warum die Weiterbildung in die Regionalen Bildungsnetzwerke gehört

Erstens: Klare politische Bekenntnisse

Eine aktive Rolle der Weiterbildung beim Aufbau Regionaler Bildungsnetzwerke ist von der Landesregierung NRW erwünscht. Ministerin Sylvia Löhrmann lässt mit ihrem Bekenntnis auf einer Fachtagung der Weiterbildung NRW daran keinen Zweifel: „Sie sind mit ihren Erfahrungen, ihren vernetzten Strukturen und ihren vielfältigen Angeboten der geborene Partner für eine reiche Bildungslandschaft.“ Auch Dr. Ulrich Heinemann vom MSW weiß: „Sollen die Regionalen Bildungsnetzwerke in Nordrhein-Westfalen zu einem Erfolgsmodell werden, dann ist es eine notwendige Bedingung, dass sie das Profil, die Erfahrung und die Angebote der Weiterbildungsträger in unserem Lande maßgeblich und nachhaltig mit einbeziehen.“

Fazit

Ziele und Ansprüche einer zukunftsfähigen Bildungspolitik in NRW gilt es ernst zu nehmen. Die systematische Einbindung von Weiterbildungseinrichtungen wurde dabei explizit zum Bestandteil der politischen Agenda. Die gemeinwohlorientierte Weiterbildung sollte dies als „politischen Auftrag“ begreifen, sich selbst gut aufzustellen und einzumischen. Die Kollegen und Kolleginnen der Bildungsnetzwerke sollten sich dabei aktiv um die Einbindung der Weiterbildungslandschaft bemühen.

Bildungskonferenz 2011,

Auszug aus den Empfehlungen zu den Regionalen Bildungsnetzwerken

„Insbesondere die nach dem Weiterbildungsgesetz geförderten Einrichtungen der Weiterbildung und ihre Träger sind intensiver in die gesamte Netzwerkarbeit einzubeziehen, die Zusammenarbeit muss systematisch gestaltet sein. Angebote der Weiterbildung sind den Schulen zur Verfügung zu stellen. Erfahrungen aus ESF-Projekten (wie z. B. „Weiterbildung geht zur Schule“) können wie auch Erfahrungen aus der Zusammenarbeit beim Nachholen von Schulabschlüssen und in der Weiterbildungsberatung in der Netzwerkarbeit genutzt werden.“

(Quelle: Kurzfassung der Empfehlungen, S. 30; Langfassung, Kapitel Eigenverantwortliche Schule in Regionalen Bildungsnetzwerken, S. 12).

In der Arbeitsgruppe „Eigenverantwortliche Schule in Regionalen Bildungsnetzwerken“ brachten auch besonders die Elternverbände und MigrantInnenorganisationen ihren Wunsch und die Notwendigkeit zum Ausdruck, die Weiterbildung solle die gegenwärtig stattfindenden Entwicklungsprozesse in Schulen durch ihre Erfahrungen und Angebote flankieren.

Weiterbildungskonferenz 2012 | Empfehlungen

Ausgehend von den Vorschlägen der Bildungskonferenz (Schule) und unter Einbeziehung der Ergebnisse des vom Gesprächskreis für Landesorganisationen der Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen getragenen Projektes „Weiterbildung als Akteur in regionalen Bildungsnetzwerken“ bittet die Weiterbildungskonferenz, den Gesprächskreis und das Ministerium für Schule und Weiterbildung, weitere konkrete Schritte für eine intensivere Vernetzung zur Kooperation aller Bildungspartner einer Region zu identifizieren.

Die Weiterbildungskonferenz empfiehlt dabei, vorhandene Netzwerke zu nutzen, die es gerade in Handlungsfeldern wie Beratung oder Übergänge gibt. So genannte „Runde Tische“ in Bochum oder in Dortmund sind bereits heute positive Beispiele, die zur Nachahmung auffordern. Weitere Partner wie z.B. Stiftungen sollen einbezogen werden.

Die Weiterbildungskonferenz regt an, dass die Landesregierung zu ihren Gesprächen mit den Verantwortlichen der Bildungsregionen auf Landesebene auch die Vertreterinnen und Vertreter der Landesorganisationen der Weiterbildung und der Weiterbildungskollegs einbezieht.


(Weiterbildungskonferenz NRW  2012, Ziele und Empfehlungen für die Entwicklung der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in NRW, Seite 14/15)

Koalitionsvertrag 2012 – 2017

Auch im Koalitionsvertrag wird der wertvolle Beitrag der Einrichtungen der Weiterbildung zur kommunalen Bildungslandschaft anerkannt, der „für lebensbegleitendes und ganzheitliches Lernen unverzichtbar ist“ – weswegen die Einbindung der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in die Regionalen Bildungsnetzwerke als Thema angeführt wird, das „in enger Abstimmung mit allen an lebensbegleitender Bildung beteiligten Ressorts und der Trägerlandschaft“ angegangen wird.

(Koalitionsvertrag 2012–2017, Seite 25).